Es gibt keinen Journalismus ohne Meinungsfreiheit

 

Solidarität mit Kurt Westergaard

 

DIE ZEIT: Herr Deix, Sie zeichneten in der Vergangenheit nackte Bischöfe beim Schmusen, und Sie spotteten über Jesus. Würden Sie dieser Tage auch den Propheten Mohammed karikieren?

Manfred Deix: Ich zeichne jetzt nur noch mit der Burka. Man darf mit diesen Herrschaften mit den langen Bärten offenbar nicht spaßen. Wir erleben hier eine neue totalitäre Bedrohung. Würde ich über Mohammed scherzen, wäre ich in Lebensgefahr. Mir versagt fast die Stimme. Ich leide wie ein Hund. Es ist eine Katastrophe. Ich habe mir die Finger blutig gezeichnet, um die Benachteiligungen der Ausländer anzuprangern. Ich hab Jörg Haider jahrelang verhöhnt. Und jetzt wollen mir die Muslime das Zeichnen verbieten? Da ist etwas passiert.

ZEIT: Was ist schief gelaufen?

Deix: Es gibt eine neue Generation von Muslimen, die Toleranz falsch versteht. Die jungen Fanatiker sollen doch einmal die Qualität des Lebens in Freiheit mit der Lebensqualität ihrer Eltern in arabischen Staaten vergleichen! Doch was geschieht? Sie prügeln die Schwester, weil sie vor der Ehe gespatzelt hat. Und jetzt verbieten sie uns die Pressefreiheit. Wissen die nicht, wie viele lustige Bilder ich über Jesus gemalt habe. Ich darf zeichnen, was ich will! Das ist meine Freiheit, die Freiheit der Kunst. Vor 20 Jahren haben mich die Skins bedroht, sie haben mir die Reifen aufgestochen. Und jetzt fühle ich mich wieder bedroht. Von jenen, für deren Rechte ich mit dem Stift gekämpft habe. Komplettes Interview

 

Reporter ohne Grenzen

 

World Press Freedom Committee

 

Weitere Links zum Thema Demokratie und Zivilcourage:

Georg Elser

Deutscher Widerstand